Die 10 grössten Erziehungsfehler

Typische Erziehungsfehler

Vorab: Dein Hund ist das Wesen, das Du durch Deine Erziehung geformt hast. Wenn Dein Hund nicht hört, an der Leine zieht oder ohne ersichtlichen Grund wegläuft und trotz intensivem Rufen nicht zu Dir zurückkehrt, gib Ihm nicht die Schuld an diesem Verhalten! Als Hundehalter hast Du die volle Verantwortung und solltest wissen,  dass ein hündisches Fehlverhalten immer mit einem Fehler in der Erziehung im Zusammenhang steht.

Schimpfe nicht mit Deinem Hund, sondern gehe mit Dir selber ins Gericht und finde heraus, in welchem Bereich Du nachlässig oder nicht konsequent genug warst.

Hier siehst Du 10 der häufigsten Erziehungsfehler und erhältst im Anschluss wertvolle Tipps, mit denen Du unerwünschtes Fehlverhalten in die gewünschten Bahnen lenken und sich Deine Alpha-Position im Rudel erarbeiten kannst. Die Fehler sind in ihrer Reihenfolge geordnet, wie sie auch in der Hundeerziehung auftauchen.

Anhand dieser Punkte kannst Du dir eine erste Übersicht verschaffen, ob Dir einer oder gar mehrere Fehler selbst passiert sind und nun einer “Ausbügelung” bedürfen.

Fehler 1: Die Hunderasse wird nur nach optischen und nicht nach charakterlichen Merkmalen gewählt.

Fehler 2 : Der vierbeinige Begleiter wird wie ein Mensch und nicht wie ein Hund behandelt.

Fehler 3 : Inkonsequenz ist der Start einer Mensch-Tier-Beziehung, die keine Freude bereitet.

Fehler 4 : Anstatt Belohnung und Maßregelung beginnst Du mit Erklärung.

Fehler 5 : Lange Reden ohne verständlichen Inhalt für den Hund.

Fehler 6 : Fehlender oder “überwachter” Kontakt zu Artgenossen erzeugt Sozialisierungs probleme und Konfliktpotenzial.

Fehler 7 : Unzureichende oder falsche Beschäftigung für den Hund.

Fehler 8 : Die gewaltsame und grobe Durchsetzung des menschlichen Willens erzeugt Angst und führt zum Vertrauensbruch.

Fehler 9 :  Fehlende Empathie für den Hund ( beruht meist auf Vermenschlichung) führt zu Erziehungsfehler.

Fehler 10 : Falsche Hilfsmittel Schaden mehr als sie nutzen.

Niemand ist unfehlbar. Diesen Satz solltest Du dir sagen, wenn Dir in deiner Hundeerziehung der ein oder andere Fehler unterlaufen ist. Und: Du kannst Fehlverhalten kompensieren und jederzeit einen neuen Weg einschlagen.  Dein Hund lernt gerne und auch wenn es schwierig ist, Marotten und ritualisierte Gewohnheiten abzuerziehen, ist diese Option nicht unmöglich.

Was Du noch brauchst, sind Konsequenz, Geduld und ein starkes Selbstbewusstsein, dass Du deinem Hund gegenüber als Alpha – Tier und Rudelführer auszeichnet.

Was tun, wenn Erziehungsfehler passiert sind

Kommt Dein Welpe zu Dir nach Hause, hast Du die besten Chancen auf eine  nach deinem Anspruch erfolgende Erziehung zu einem gehorsamen und freundlichen Familienmitglied.  Die Voraussetzung dafür ist, dass Du dich bei der Hunderasse für ein Tier entschieden hast, dessen Bedürfnisse du gerecht werden kannst. Vor allem in Bezug auf den Bewegungsdrang und die natürlichen Charaktereigenschaften der einzelnen Hunde solltest Du mit großer Sorgfalt vorgehen.

Lebst Du in einer kleinen Mietwohnung und gehst nur ungern spazieren, ist ein Jagdhund der sichtlich schlechteste begleiter für Dich.

Ebenso verhält es sich im Umkehrschluss. Als passionierter Wanderer, der mehrere Kilometer am Stück zurücklegt und Wert auf seinen vierbeinigen Begleiter legt, ist ein kleiner Schoßhund überhaupt nicht geeignet. Die Unterteilung der Hunderassen erfolgt größtenteils in ihren Bewegungsdrang und den Aufgabenbereich, den sie von Natur aus gewachsen sind. Triffst Du die Auswahl für Deinen Hund mit Bedacht und setze Dich ausgiebig mit den Bedürfnissen, den Ansprüchen und dem Einsatzbereich der Hunde auseinander.

Die häufigsten begangenen Fehlern

Zu den am häufigsten begangen empfehlen in der Hundeerziehung gehört die Vermenschlichung. Egal wie niedlich der Welpe dich anschaut und welche Geräusche ihr herzerweichen: Lässt du die ein oder andere “ Ungezogenheit”  beim Welten noch durchgehen oder finden das Verhalten herzerweichend, ist der Erziehungsfehler passiert, ehe du überhaupt mehr und intensiver darüber nachgedacht hast.

Ein Beispiel: Hat Dein Hund einmal etwas vom Tisch bekommen gibt es für ihn keinen Anlass, das Betteln zukünftig zu unterlassen.  Hat sich diese Unart erst einmal eingebürgert, musst Du mit enormer  Konsequenz vorgehen und kannst dieses Verhalten nur aberziehen, indem Du ( und Deine Familie)  den Hund nie wieder vom Tisch- futter gibst. Ebenso verhält es sich bei Hunden, die am liebsten in Deinem Bett schlafen und anfangen zu bellen, sobald Du ihn auf seinen Platz schickst oder gar die Schlafzimmertür vor seiner Nase schließt. Darf der Welpe ins Bett, wird der ausgewachsene Hund nicht auf dass ihm zugesprochene Recht verzichten. Du stehst nun vor einem Problem,  den Du nur begegnen kannst, wenn Du deinem Fehler ausbügeln und den Hund nicht länger vermenschlichst.

 

Tipp:  Dein Hund hat ganz andere Bedürfnisse als ein Mensch und ist kein Ersatz für ein Kind. Betrachte Deinen Hund mit dem entsprechenden Blick Du vermeidest von Anfang an, ihm mehr zuzugestehen, also es für ihre familiäre Bindung und den Hund selbst gut ist.

Mit deinem Hund musst du nicht diskutieren

Mit Deinem Hund musst Du nicht diskutieren. Egal wie interessiert und treu er Dich anblickt: Er versteht Deine Erklärungsversuche nicht und wird das unerwünschte Verhalten nicht abstellen, wenn Du ihn fragst, warum er zum Beispiel das  Sofa zerkratzt oder sich auf dem Fußboden erleichtert hat.

auch Dominanz in Form einer handgreiflichen Strafe bringt nun keinen Erfolg, da der Hund Deine Handlung nicht mit seiner “ Tat”  in Verbindung bringt.

Du würdest nur dass sich anbahnende Band des Vertrauens zu stören und dazu beitragen, dass der Hund mit Angst reagiert und Dir nicht länger vertraut. Anders verhält es sich, wenn Du Deinen Hund für Wohlverhalten lobst.

Auch hier gilt allerdings: Lobe Deinen Hund in dem Moment, in dem der Hund gehorcht hat.

Wenn Du ihn Stunden später überschwänglich lobst, wird diese ebenso wenig eine Verknüpfung zum gelobten Verhalten herstellen und damit wirkungslos bleiben.

Die Empathie zu Deinem Hund

Die Empathie zu Deinem Hund ist ein Grundpfeiler einer erfolgreichen Erziehung. Dabei musst Du die menschliche Perspektive ablegen und keinesfalls drüber nachdenken, was aus menschlicher Sicht in Deinem Vierbeiner vorgehen könnte. Hunde verknüpfen keine Ereignisse und lassen ihre Gedanken nicht Kreisen, wodurch Du nicht überlegen müsst, was in Deinem Hund vorgeht.

Empathisch auf den Vierbeiner eingehen heißt vielmehr, dass Du seinen Gemütszustand erkennst und darauf aufbaust.

Lass die menschliche Denkweise gänzlich außen vor und konzentriere Dich voll und ganz auf das Wesen Deines Hundes.

Mit dieser neuen Perspektive lernst Du dein Tier zu verstehen und fortan mit einem neuen Blickwinkel auf die ein oder andere Verhaltensweise zu blicken.

Erziehungsfehler

In puncto Erziehungsfehler ist es von primäre Wichtigkeit, dass Du deine Position als Mensch überlegst, warum Dein Hund – aus seinem Wesen heraus – so reagiert wie Du das Verhalten in eine geordnete Bahn lenken kannst.

 

Ganz wichtig: Nur wenn Du konsequent bist und Deine Familie in diese Konsequenz einbindest, kannst Du selbst aus einem “verzogenen”  Hund einen folgsamen Begleiter machen und sich vor weiteren Ärgernissen unterschiedlicher Art schützen.

Das Geheimnis der Position und negativen Verstärkung

Primär basiert die gesamte Hundeerziehung auf eine positive und negative Verstärkung. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du das herankommen oder das Ablegen, das Apportieren oder die höhere Schule lernst. Folgt der Hund Deinen Befehl und für die Anordnung nach Deinem Anspruch aus, wird er ausgiebig gelobt und bekommt ein Leckerli. Damit verstärkst Du den positiven Effekt und Dein Hund wird Freude dabei empfinden, zu gehorchen und die Belohnung in Empfang zu nehmen.

Ebenso verhält es sich mit der negative Verstärkung, von der Du bei nicht gehorsam gebraucht machst. Von körperlichen Strafe oder lautem Schreien solltest Du absehen, da diese Verhaltensweise für den Hund vollkommen unverständlich und nur zum Vertrauensbruch führen.

Merke: Der Hund möchte Dir gefallen. Also wird er es genießen, gehorsam zu sein.

Am Beispiel vom Apportieren kannst Du sehr gut mit positiver und negativer Verstärkung arbeiten. Bringt der Hund das Stöckchen und läuft erst los, nachdem Du den Befehl erteilt hast, bekommt er eine Belohnung und das Spiel geht weiter. Läuft der Hund zu früh los oder kehrt auf Dein Wort nicht auf direktem Weg zu Dir zurück, unterbrichst Du das Spiel und  beendest es wortlos. Du strafst nicht, sondern honorierst das Verhalten mit einer Beendigung der für den Hund angenehmen Situation.

Es braucht nur wenige Lerneinheiten und der Hund weiß, dass er das Spiel verlängert, indem er mit dem Stock zu Dir zurückkehrt um mit dem Start bis zu Deinem Befehl wartet.

Die Konsequenz

Das gleiche Konzept lässt sich bei allen Übungen mit dem Vierbeiner anwenden. Egal ob  Sitzt, Platz oder komm her – die Konsequenz ist immer die gleiche.

Ein ausgeführte Befehl wird belohnt.  Ein nicht oder nur schlecht ausgeführte Befehl wird mit Nichtachtung honoriert und der Hund wird nicht angesprochen. Du beendest die Situation, wodurch Du Stärke demonstriert und dem Vierbeiner von Anfang an zeigst, dass du da Rudelchef bist.

Die klassische Konditionierung von Wohlverhalten

Im Endeffekt basiert der gesamte Erziehungsmodus auf ein Konzept der Konditionierung.

Wohlverhalten wird belohnt, missverhalten wird mit Nichtachtung gestraft. Da der Hund gefallen und sich Deiner unterordnen möchte, wird er die Momente der Nichtachtung minimieren und immer häufiger dazu tendieren, Dir zu gefallen und die ersehnte Belohnung zu erhalten.

 

Tipp: Damit der Hund nicht zu dick wird, solltest Du die Belohnung in Form von Leckerlis mit der Zeit reduzieren und sich immer mehr auf lobende Worte und Streicheleinheiten konzentrieren. Diese würdigen sein gehorsames Verhalten im gleichen Maße. Um einen Hund zu konditionieren, muss eine Verknüpfung der Situation hergestellt und ein kurzer Befehl mit deutlicher Intonation verwendet werden.

Beispiel: Ein Welpe lernt bei Fuß sehr schnell, da er Dir automatisch nicht von der Seite weicht. Spreche den Befehl häufiger aus, dann wird er ihn damit verbinden, dass er langsam und mit Augenmerk auf Dich, neben Dir herläuft.

Ebenso verhält es sich bei Sitz und Platz. Liegt der Hund,  spreche den Befehl Platz aus und sitzt er, kommentierst Du diese Pose mit einem deutlichen Sitz, um den Hund anschließend ausgiebig zu loben.

Du wirst erstaunt sein, wie schnell das Tier die Verknüpfung des Wortes mit einer Handlung herstellt und sich auf seine vier Buchstaben setzt, sobald Du den Befehl Sitzt ausgesprochen hast.

Einen Welpen lobst Du mit überschwänglichen Worten und Leckerlis. Beim jugendlicher und später beim Erwachsener Hund sollten Leckerlis eher die Ausnahme bilden und Dein Wort oder eine Streicheleinheit müssen genügen.

Die Konditionierung

Die Konditionierung ist in der Hundeerziehung ein deutlicher Vorteil, kann aber bei bewusster Steuerung und Förderung von Fehlverhalten auch zu einem ernsthaften Problem werden. Zieht Dein Hund beispielsweise an der Leine und Du sagst permanent Beifuß, ziehe ihn zurück und lasse die Leine wieder locker, wird er keinen Kontext zwischen dem Befehl und dem langsam laufen an Deiner Seite herstellen. Du hast vielmehr das Gefühl, dass Dein Begleiter wenig Wert auf Deine Worte legt. Dies kann auf Spaziergängen zu einer Nervenprobe werden und ihnen im Endeffekt die Lust an Ausflügen mit dem Hund nehmen. Lobe ausschließlich Wohlverhalten: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und Dein Welpe braucht ein wenig Zeit um zu lernen, welche Vorteile ihm Gehorsam bringen und dass er Dir vertrauen kann.

Lenke Deinen Hund – er wird es Dir danken!

Kein Hund ist von Natur aus aggressiv, lautstark und ungehorsam. All diese Eigenschaften sind von Menschen gemacht und auf eine falsche Erziehung zurückzuführen. Meist neigen Menschen dazu, über den ein oder anderen und ungehorsam hinwegzusehen und sich diesen Moment selbst “ bequem zu reden”,  indem sie es auf das Alter des kleinen und niedlichen Welpen schieben.

Doch Stopp!  hier begehst Du bereits ein Fehler! Der Welpe will lernen und der braucht Deine Regeln für ein glückliches und erfülltes Hundeleben. Sich selbst überlassene und mit zu viel Freiheiten ausgestattete Hunde sind nicht etwa glücklicher, dafür aber weitaus schwieriger im Umgang mit Menschen und Artgenossen.

Für die Erziehung

Für die Erziehung kann es hilfreich sein, eine Hundeschule zu besuchen oder sich mit anderen Hundebesitzern im Park zu treffen. Fernab der Leinenführung muss jeder Junge Hund lernen wie er sich gegenüber Artgenossen verhält und welches Sozialverhalten im positive Erlebnisse verschafft. Da Du in der Stadt dem Leinenzwang unterliegt und dem Hund nur wenig Freiheiten gewähren kannst, sind solche Momente auf Hundewiesen oder in Hundeschulen eine Wohltat für dich und den Vierbeiner.

Aber auch hier gilt: Du bestimmst, wann gespielt wird und wann ein Spiel zu Ende ist. Rufst Du Dein Hund und er erscheint nicht drehst Du Dich um und tust so, als ob du den Platz verlassen willst.

beobachte aus der Ferne und Du siehst, wie bald sich der Welpe suchend nach Dir umsieht und sein Spiel automatisch beendet, um mit flatternden Ohren und klopfendem Herzen auf Dich zuläuft.

Nun bist Du da und rufst ihn: Um ihn anschließend für sein kommen zu belohnen und ihm zu zeigen, dass es sich lohnt, wenn er auf Deinen Zuruf reagiert.

Die Hundeerziehung macht Spaß, wenn Du mit Herz, Seele und Verstand dabei bist.

Achtung sehr wichtig !

Lieber Hundefreund ich will mich mit diesem Beitrag noch vom ganzen Herzen entschuldigen, wegen der langen Wartezeit auf den neuen Post.

Leider hat mein Pc ein Problem gehabt so das ich nicht mal mehr Online gehen konnte.

Auch musste ich feststellen das bei der Spracheingabe (Headset) im Post mehrere gravierende Fehler aufgetaucht sin. Diese werde ich in Zukunft besser kontrollieren.

Ich hoffe du Verzeihst mir das.

Deine Tanja – die Hunde Expertin

 

Veröffentlicht unter Allgemein

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*Mein Tipp* Hier bekommt man auch Hundespielzeug mit Lerneffekt: apportieren und belohnen

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